Einige Gedanken, Erfahrungen und Infos zu Uganda nach über 1000 km:
Sicherheit: Uganda dürfte eines der sichersten Laänder Afrikas sein. Erkennbar auch daran, dass man hier kaum Stacheldraht sieht, während in Kenia um fast jedes Haus, jede Schule, jede Kirche eine hohe Mauer und Stacheldraht war. Von den Konflikten in den Nachbarländern Südsudan und Kongo ist hier nichts zu spüren.
Verkehr: wenig Verkehr ausgenommen Kampala und der Highway Nairobi-Kampala, Teerstrassen meist in gutem Zustand, manche Pisten bei Regen kaum fahrbar wegen Lehm, Fahrer bei weitem nicht so ruecksichtslos und rasend wie in Kenia, lediglich die Busfahrer scheuchen einen bei Gegenverkehr von der Strasse, in den Städten nerven die dauernd anhaltenden Matatus (Kleinbusse).
Auf den meisten Strassen geht es dauernd rauf (schieben) und runter, ebene Strecken sind rar. Nervig sind die in Ortseinfahrten und an Schulen aufgebrachten Bumps, welche zum Abbremsen auf Schritttempo zwingen und nicht immer von Radlern seitlich umfahren werden können.
In Ugand sind viele mit dem Radl unterwegs zeigt, was auf einen gewissen Wohlstand und eine Gewoehnung an Radler schliessen lässt.
Verpflegung: Wasser, andere Getränke und Essen in einfachen Restaurants in fast jedem Dorf erhältlich, Preise günstig, soweit erkennbar kaum Touristenabzocke. Relativ teuer, d. h. europäische Preise, sind gehobene Restaurants und Cafes. Bier kostet umgerechnet zwischen 90 Cent bis 1,80 Euro, Wein ist importiert und wäre so teuer wie bei uns.
Unterkunft: einige Campsites, Hotels und Guest-Houses so ausreichend vorhanden, dass bei geschickter Planung kein Wildcampen notwendig ist.
Bevoelkerung: freundlich (was nerven kann, wenn auf "How are you" immer mit "Thank you, fine" geantwortet werden soll), interessiert ("Where are you going?") und mit überwiegend netten Kindern, auch wenn manche der Begrüssung noch ein "Give me my money" hinterherschicken.
Klima: Der Viktoria-See liegt auf gut 1100m und der grösste Teil Ugandas liegt höher, so dass hier am Äquator ein relativ angenehmes Hochlandklima mit nicht zu hohen Temperaturen herrscht. Lediglich im Nordwesten ist es heisser, aber auch trockener.
Vorteil der Regenzeit: Bewölkung, Schatten, Abkühlung, grüne Landschaften
Nachteil: Regenschauer müssen abgewartet werden (bisher max. ein halber Tag), schlammige Pisten, hohes Gras, so dass in den Nationalparks fast nur noch grosse Tiere zu sehen sind.
Mittwoch, 23. April 2014
Dienstag, 22. April 2014
Uganda, Queen Elizabeth NP
| Bueffel vor den über 5000m hohen Ruwenzori-Bergen |
| Bienenfresser |
| Lake Edward am Kanal zum Lake George |
| Jetzt aber nichts wie weg |
| aufgescheuchte Büffel |
Abschied von den ugandischen Nationalparks
Montag, 21. April 2014
Uganda, Kibale Forest NP
Der Kibale-Forest ist bekannt für seine Primaten. Schon bei der Anfahrt zum Besucherzentrum waren neben Schwarz-weissen Colobus auch Redtail-Monkeys und noch eine andere Art von Meerkatzen zu sehen. Bei der stundenlangen Wanderung durch den Dschungel war dann aber kein Schimpanse zu erblicken. Schon enttäuschend für 150 Dollar. Ich durfte am nächsten Tag aber dann nochmal teilnehmen und da haben wir eine Gruppe von etwa 10 Tieren hoch oben in einem Feigenbaum entdeckt, von wo aus sie auf uns heruntergepinkelt und auf uns geschissen haben. Bei dem Gegenlicht sehr schwierig zu fotografieren, aber immerhin, Schimpansen gesehen und eine Stunde lang beobachtet. Dann noch Rote Colobus gesehen und einen Blue Monkey sowie beim Zurückradeln zum Camp am Vulkansee wunderbare Schmetterlinge erwischt,
| Schimpansin |
| hübsche Rangerin |
Mittwoch, 16. April 2014
Uganda, Murchison Falls NP
Lebenstraum erfüllt, ich könnte abbrechen und heimkommen. Aber der Reihe nach:
Kampala war stressig, lehmige Baustellenpiste nach Regen und ein Wahnsinnsverkehr. Dann an den Karuma-Falls vorbei zum NP Murchison Falls. Am Abend noch zum Gate und nachgefragt, ob Radeln erlaubt ist. Wahrscheinlich nicht, zu gefährlich wegen Büffel und Elefanten. Der nette Ranger wollte bis zum Morgen nachfragen. Und dann fahr ich vom Gate zur Hauptstrasse und da steht doch gegenüber vom Nationalparkgelände ein Elefant nur 30 m von der Strasse entfernt und grast friedlich vor sich hin. Gigantisch!
Am nächsten Morgen dann die erwartete Antwort, Radeln verboten. Verständlich bei Büffeln, Elefanten und Loewen im Park. Was tun? Gemeinsames Überlegen und dann die Lösung: Ein junger Ranger hat um 8 Uhr Dienstschluss und er wird mich mit dem Motorrad begleiten für umgerechnet 10 Euro. Zwischenzeitlich wird noch Benzin organisiert und dann gehts los. Und wirklich, ein Büffel muss von ihm von der Strasse gescheucht werden (nach Fotografieren war uns da nicht zumute) und bei querenden Elefanten mit Jungen (besonders gefährlich) muessen wir warten bis wir weiterfahren können. Er scheucht mich ziemlich und mir bleibt kaum Zeit für Fotos (Kamera verstellt in der Aufregung), ganz wohl ist ihm nicht bei der Sache. Und dann, an der Nilfähre, da grast eine Elefantenkuh mit Jungen neben den Häusern direkt an der Strasse und wird nicht nervös, als ein PKW, ein Motorrad und schliesslich auch noch ein bayerischer Radler vorbeifahren.
Am Nachmittag dann eine Bootstour zu den Murchison-Falls auf dem Viktoria-Nil.
Übernachtung im Zelt im Red Chilli Resort, wo Warzenschweine rumlaufen und am Abend beiläufig erwaehnt wird, dass zwischen den Hütten gerade ein Hippo grast.
Bei der Weiterfahrt nach Süden dann im Südteil des Nationalparks keinerlei Tiere und wie ich deutlich zu spüren bekomme, wegen der vielen Tsetsefliegen. 40 km Wellblechpiste, am Albert-See entlang. Die ersten lebendigen Schlangen gesehen. Nachmittags dann 3 Regenschauer und auch nachts und am Morgen ausgiebig Regen, jetzt ist sie voll ausgebrochen, die Regenzeit.
So, heute am Karfreitag ohne Regen nach 150 km schlammiger und staubiger Piste der letzten Tage endlich wieder Asfalt! Und bei der Unterkunftssuche in Fort Portal kommt mir doch ein Tukan vor die Linse, zwar nicht im Flug, aber immerhin.
Kampala war stressig, lehmige Baustellenpiste nach Regen und ein Wahnsinnsverkehr. Dann an den Karuma-Falls vorbei zum NP Murchison Falls. Am Abend noch zum Gate und nachgefragt, ob Radeln erlaubt ist. Wahrscheinlich nicht, zu gefährlich wegen Büffel und Elefanten. Der nette Ranger wollte bis zum Morgen nachfragen. Und dann fahr ich vom Gate zur Hauptstrasse und da steht doch gegenüber vom Nationalparkgelände ein Elefant nur 30 m von der Strasse entfernt und grast friedlich vor sich hin. Gigantisch!
Am nächsten Morgen dann die erwartete Antwort, Radeln verboten. Verständlich bei Büffeln, Elefanten und Loewen im Park. Was tun? Gemeinsames Überlegen und dann die Lösung: Ein junger Ranger hat um 8 Uhr Dienstschluss und er wird mich mit dem Motorrad begleiten für umgerechnet 10 Euro. Zwischenzeitlich wird noch Benzin organisiert und dann gehts los. Und wirklich, ein Büffel muss von ihm von der Strasse gescheucht werden (nach Fotografieren war uns da nicht zumute) und bei querenden Elefanten mit Jungen (besonders gefährlich) muessen wir warten bis wir weiterfahren können. Er scheucht mich ziemlich und mir bleibt kaum Zeit für Fotos (Kamera verstellt in der Aufregung), ganz wohl ist ihm nicht bei der Sache. Und dann, an der Nilfähre, da grast eine Elefantenkuh mit Jungen neben den Häusern direkt an der Strasse und wird nicht nervös, als ein PKW, ein Motorrad und schliesslich auch noch ein bayerischer Radler vorbeifahren.
Am Nachmittag dann eine Bootstour zu den Murchison-Falls auf dem Viktoria-Nil.
| Am Lake Albert |
Bei der Weiterfahrt nach Süden dann im Südteil des Nationalparks keinerlei Tiere und wie ich deutlich zu spüren bekomme, wegen der vielen Tsetsefliegen. 40 km Wellblechpiste, am Albert-See entlang. Die ersten lebendigen Schlangen gesehen. Nachmittags dann 3 Regenschauer und auch nachts und am Morgen ausgiebig Regen, jetzt ist sie voll ausgebrochen, die Regenzeit.
So, heute am Karfreitag ohne Regen nach 150 km schlammiger und staubiger Piste der letzten Tage endlich wieder Asfalt! Und bei der Unterkunftssuche in Fort Portal kommt mir doch ein Tukan vor die Linse, zwar nicht im Flug, aber immerhin.
Donnerstag, 10. April 2014
Uganda, Nilquelle in Jinja
Beim Grenzübertritt nach Uganda gab es Probleme und zwar bei der Ausreise aus Kenia. Mein Visum war anders als beantragt nur 1 Monat gültig und seit 10 Tagen abgelaufen. Vor Gericht, hohe Strafe oder 50 Dollar bezahlen? Zum Glück gibt es verständige, geldgierige, bestechliche Grenzbeamte! Afrika! Uganda scheint mir weiter entwickelt, aber auch mit mehr Vorsicht zu genießen zu sein. Zuerst wollte mich der Geldwechsler an der Grenze schon um rund einen Euro bescheissen, dann die Vermieterin vom Guest House zu wenig Wechselgeld rausgeben.
Grosser Respekt vor den eingeborenen Radlern, welche mit sauschweren, aber stabilen indischen Rädern ohne Schaltung gewaltige Lasten transportieren.
Heute 135 km gefahren, vorbei an Zuckerrohr- und Reisfeldern. Am leider toten Chamaeleon sieht man die lange Zunge.
Jetzt bin ich gerade in Jinja am Viktoriasee angekommen, wo der Weisse Nil entspringt.
Grosser Respekt vor den eingeborenen Radlern, welche mit sauschweren, aber stabilen indischen Rädern ohne Schaltung gewaltige Lasten transportieren.
Heute 135 km gefahren, vorbei an Zuckerrohr- und Reisfeldern. Am leider toten Chamaeleon sieht man die lange Zunge.
Jetzt bin ich gerade in Jinja am Viktoriasee angekommen, wo der Weisse Nil entspringt.
| Lake Viktoria |
| An der Quelle des Weissen Nil |
Dienstag, 8. April 2014
Kenia
Heute scheint wieder die Sonne, gestern schien die Regenzeit voll auszubrechen. Regen am Morgen (untergestellt), Regen mittags (untergestellt), Regen beim Mittagessen und Regen am Abend (im Zelt). Anfahrt zum NP Saiwa Swamp, Kenias kleinstem Nationalpark zum Schutz der Sumpfantilope, auf klebriger Piste. Dann wollten die 20 Dollar für das Camping, ich konnte die Rangerin aber überzeugen, dass das für einen Radler zu teuer ist, so dass sie ihren Chef anrief und ich am Gate kostenlos zelten durfte. Heute früh kurz nach 6 Uhr dann beim Pirschgang mehrere Sumpfantilopen entdeckt, leider keine Debraza-Affen, aber die bisher schönste Blume Kenias. Damit ist mein Programm für Kenia abgeschlossen. Ab Morgen geht`s ohne Umwge nach Uganda, wobei die Tagesstrecken von den Verpflegungs- und Unterkunftsmöglichkeiten abhängen und z. T. recht kurz ausfallen.
Auskünfte sind typisch afrikanisch: Wie weit ist es bis zum Abzweig nach Kitale?
Antwort eines gediegenen Herrn: 3 km und dann noch 500 km bis Kitale, nein 5 km (es waren noch 57 km).
Aber die Leute sind freundlich und ueberall gruent und blueht es.
Auskünfte sind typisch afrikanisch: Wie weit ist es bis zum Abzweig nach Kitale?
Antwort eines gediegenen Herrn: 3 km und dann noch 500 km bis Kitale, nein 5 km (es waren noch 57 km).
Aber die Leute sind freundlich und ueberall gruent und blueht es.
| Sitatunga (Sumpfantilope) |
Donnerstag, 3. April 2014
Kenia, Lake Baringo, Lake Bogorio
Klimawechsel: Gestern früh im Hochland beim Thompson-Wasserfall noch 7 Grad frisch, heute unten im Afrikanischen Grabenbruch am Lake Baringo schwüle 36 Grad. Jeden Abend ziehen zwar furchtbar finstere Wolken auf, doch bisher nur 3 mal Schauer am Abend, mit so einer Regenzeit habe ich keine Probleme. Aber im Februar hat es hier so heftig geregnet, dass am Lake Baringo mehrere Lodges unter Wasser stehen. Heute bei der Bootstour haben uns einige Hippos aus den überfluteten Zimmern heraus angestarrt. Ansonsten war die Tour enttäuschend, der angelockte Seeadler hat sich den Fisch hinter unserem Rücken geholt, keine Skorpione und Schlangen auf der Insel entdeckt und auch sonst nichts Nennenswertes ausser den vielen Schwalben, die sich wohl zum Rückflug sammeln.
Ziegen, mögen sie noch so niedlich aussehen, sind das grosse Problem beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Sie fressen so ziemlich alles einschl. Akazien und da sie meist in zu grosser Anzahl auf mageren Böden fressen, beseitigen sie jegliche Vegetation und verhindern das Aufkomen junger Bäume. Die Folge ist Erosion und unfruchtbare Landschaften, wobei die wenigen Bäume dann noch dem Brennholzhunger der ungezügelt wachsenden Bevölkerung zum Opfer fallen, welche immer mehr Ziegen halten wollen. Ein Teufelskreis.
Heute, im Nat. Res. Lake Bogorio, welches für Fahrraeder freigegeben ist, die nächste Enttaeuschung. Auch dieser See hat zu viel Wasser, die gute Uferstrasse ist grösstenteils überflutet und durch eine steinige, bergige Piste ersetzt. Von den üblichen Millionen Flamigos sind die meisten beim Brüten am Lake Natron und von den sonstigen scheuen Tieren war ausser Affen, Antilopen, Warzenschweinen und Dikdiks nur ein Grosser Kudu kurz zu sehen. Im benachbarten Lake Bogoria Resort allerdings kam mir beim Mittagessen ein Baumleguan und ein Eisvogel vor die Linse.
| Thompson-Wasserfall |
| Lake Baringo |
Ziegen, mögen sie noch so niedlich aussehen, sind das grosse Problem beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Sie fressen so ziemlich alles einschl. Akazien und da sie meist in zu grosser Anzahl auf mageren Böden fressen, beseitigen sie jegliche Vegetation und verhindern das Aufkomen junger Bäume. Die Folge ist Erosion und unfruchtbare Landschaften, wobei die wenigen Bäume dann noch dem Brennholzhunger der ungezügelt wachsenden Bevölkerung zum Opfer fallen, welche immer mehr Ziegen halten wollen. Ein Teufelskreis.
Heute, im Nat. Res. Lake Bogorio, welches für Fahrraeder freigegeben ist, die nächste Enttaeuschung. Auch dieser See hat zu viel Wasser, die gute Uferstrasse ist grösstenteils überflutet und durch eine steinige, bergige Piste ersetzt. Von den üblichen Millionen Flamigos sind die meisten beim Brüten am Lake Natron und von den sonstigen scheuen Tieren war ausser Affen, Antilopen, Warzenschweinen und Dikdiks nur ein Grosser Kudu kurz zu sehen. Im benachbarten Lake Bogoria Resort allerdings kam mir beim Mittagessen ein Baumleguan und ein Eisvogel vor die Linse.
Abonnieren
Posts (Atom)